Die 3 häufigsten Irrtümer von SEO-Klienten

  • 1. April 2019
  • SEO
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Suchmaschinenoptimierung ist unbestritten eine komplexe Angelegenheit, die einer eingehenden Analyse bedarf, aus welcher man im Anschluss die korrekten Maßnahmen ergreift. Im Laufe der vergangen Jahre wurden wir immer wieder mit interessanten Meinungen unserer Kunden konfrontiert, die sie irgendwo im Internet oder über Mundpropaganda aufgeschnappt hatten. Für einen SEO kann so etwas schnell zur Belastung werden, da man unnötige Zeit vergolded, wenn man mit der Kundschaft über belanglose Dinge diskutieren muss. Auf der anderen Seite versetzt man sich natürlich auch in den Kunden hinein und weiß, dass immer wieder Fragen und Ängste auftauchen. Auch nicht zu vernachlässigen ist die Tatsache, dass der Kunde viel Geld investiert in eine beinahe ungewisse Zukunft seiner Seite. Nur der SEO kann einschätzen, welche Maßnahme förderlich ist und wie lange es in etwa dauert um kurz- und langfristige Ranking-Ziele zu erreichen.

Dies erfordert ungemein ein Vertrauensverhältnis, welches leider des Öfteren auch ausgenutzt wird, indem Dienstleister (gerade große Agencies) Ihren Kunden Maßnahmen oder gar Produkte verkaufen wollen, die er überhaupt nicht benötigt oder wozu es im direkten Vergleich eine günstigere Alternative gibt. Es ist also absolut logisch, dass Kunden sich oftmals auch selbst informieren wollen und dann mit interessanten “Thesen” daherkommen. Die am häufigsten vorkommenden Falschinformationen möchte ich in diesem Artikel anschneiden und aufklären.

1. Backlinks sind unnötig und führen unmittelbar zur Abstrafung und Deindexierung der Website

irrtumDieser Irrtum ist der wohl gravierendste überhaupt und hat schon oft für ausgedehnte Diskussionen gesorgt. Der Irrtum entspringt der “Google-Propaganda” selbst und selbst so manch ein SEO glaubt tatsächlich daran, dass Backlinks keine Ranking-Steigerung hervorrufen können und/oder aktives Linkbuilding unmittelbar zur einem Google-Penalty führt. Leider werben genau aus jenem Grund mittlerweile sogar große SEO-Agenturen mit einer Suchmaschinenoptimierung ohne Linkaufbau, was völliger Humbug ist.

Es stimmt natürlich, dass eine Seite komplett ohne Links auf Seite 1 ranken kann – Jedoch nur, sofern sie Onpage Top-Optimiert ist und desweiteren die Konkurrenz beinahe Nicht-Existent oder extrem schwach. Tatsache ist jedoch, dass in beinahe jeder Nische, in der Geld verdient werden kann, Konkurrenz am Start ist und somit gute Rankings ohne starke Links schier unmöglich sind. Google ist auch 2019 immer noch stark auf Links angewiesen, um die Themenrelevanz einer Seite ordentlich bewerten zu können und dies wird sich voraussichtlich in den kommenden 5-10 Jahren auch definitiv nicht ändern, es fehlt technisch ganz einfach eine Alternative.

Was machen Agenturen, die mit SEO ohne Linkbuilding werben?

Ganz einfach: Sie tricksen! Ohne die nötigen, teuren SEO-Tools, kann der Kunde unmöglich beobachten, ob die dienstleistende Agentur insgeheim Linkaufbau betreibt oder nicht. In der Regel wird der Linkaufbau also einfach nur unter dem Radar betrieben und die dabei entstehenden Kosten einfach in Form vermeintlich aufwändiger Onpage-Maßnahmen abgerechnet. Agenturen, die solche Spielchen spielen ersparen sich dadurch natürlich Diskussionen oder Auseinandersetzung mit dem jeweiligen Kunden, der vielleicht zuvor irgendwo gelesen hat, dass Backlinks “Böse” sind.

2. “Eine umfassende SEO-Kampagne ist mir zu teuer – Beschränken wir uns bitte nur auf Maßnahme X”

Selbstverständlich ist SEO eine kostenintensive Angelegenheit und zumindest für sehr kleine Betriebe eine oftmals als riskant eingeschätzte Investition. Gerade große Agenturen rufen Horrorpreise auf und verkaufen Links teilweise für 300% des Einkaufspreises an Kunden weiter und rechnen wahnsinnig viele Stunden ab. Oft hören Neukunden bei großen Agencies den Satz: “Also eigentlich machen wir nichts mehr unter 3.000€ pro Monat”. Dass dies vor allem kleinere Unternehmen oder auch StartUps abschreckt, ist also vorprogrammiert.

Hand auf’s Herz: Wer in seiner Nische gut ranken möchte, der benötigt wie schon erwähnt in 99% der Fälle eine allumfassende Suchmaschinenoptimierung und auch das oft falsch eingeschätzte Linkbuilding ist absolut Vonnöten, um mit der Konkurrenz, die vielleicht schon organisch ein größeres Linkprofil besitzt, mithalten zu können.

Wie gehen wir in der Regel bei Kunden mit knappem Budget vor?

In aller Regel kümmern wir uns sowieso zuallererst um Onpage-Analyse und erste Maßnahmen zur Optimierung auf der Seite selbst. Idealerweise fangen wir dann auch schon parallel dazu an, die ersten Links aufzubauen, um Google zu signalisieren: “Hey, die Seite wurde Onpage verbessert und ist deshalb nun beliebter bei den Usern.” Jenes paralleles Linkbuilding lassen wir bei knappem Budget vorerst weg.

Nach einer initialen Onpage-Optimierung ist (außer auf News-Seiten) in der Regel dann erst mal lange Zeit kein Verbesserungsbedarf mehr vorhanden. Eine Onpage-Optimierung kostet je nach Größe der Seite wenige hundert Euro bis in 5-stellige Beträge hinein, wenn es sich um sehr große Portale handelt. Nachdem dies vollbracht ist, kann der Kunde sein gesamtes Budget also dafür einsetzen, dass wir ein starkes Linkprofil aufbauen.

Eingeschränkte Maßnahmen, die einfach keinen Sinn machen

Es lohnt sich beispielsweise nicht, die Seite Onpage nur “so halb” auf Vordermann zu bringen oder festzulegen: “Bis 500€ kann ich bei euch investiern, macht einfach so viel, wie mit diesem Budget erreichbar ist. Dies ist definitiv die falsche Stelle um knausrig zu werden und es würde viel Potential verschenkt werden. Auch beim Linkbuilding geben Neukunden oft ein viel zu schmales Budget vor, mit dem man einfach keine nennenswerte Link-Velocity aufbauen oder beibehalten kann. Der hauptsächliche Denkfehler ist an dieser Stelle, dass viele Seitenbetreiber Investitionen in SEO nicht als wiederkehrend rentable Investition sehen, sondern als unliebsames Mittel zum Zweck “Weil eben jede gute Firma bei Google zu finden ist”.

3. “Meine Seite rankt mittlerweile gut, dann kann ich mir ja das Geld für weitere Links sparen”

Diese Aussage ist eher eine Halbwahrheit. Es stimmt natürlich, dass man kurzfristig pausieren kann, jedoch führt ein kompletter Einbruch der Link-Velocity langfristig zu einem erneuten De-Ranking, da es Google signalisiert, die Seite wäre für die zu rankenden Suchbegriffe nicht mehr relevant bzw. hilfreich genug, was einen direkten Rankingfaktor darstellt. Auch wird hierbei nicht bedacht, dass die Top-Konkurrenz definitiv versucht aufzuholen und/oder ihre führende Position in den SERPS stabilisieren möchte. Auf kurz oder lang ist man ohne weiteren Linkaufbau also im nachteil und wird von Google nach und nach wieder zurück ins Nirvana geschickt.

Wir besprechen zum Zweck der Beibehaltung der Rankings mit dem Kunden das nachfolgend verfügbare Budget und gleich die Möglichkeiten mit jenem Budget ab mit der Linkvelocity und der Linkstärke der direkten Konkurrenz und versuchen so den perfekten Kompromiss zwischen Kostenersparnis und Effektivität zu finden.

Fazit

Dies war selbstverständlich nur eine eingegrenzte Auswahl der häufigsten Irrtümer, die bei Klienten vorherrschen. Die Meisten sind absolut nachvollziehbar, da SEO von vielen Nicht-Experten auf dem Gebiet nicht durch und durch verstanden und im Netz auch sehr viel Desinformation gestreut wird – Sei es von schlechten SEO-Beratern oder direkt seitens Google. Hier ist man als SEO-Consultant demnach in der Pflicht, Vertrauen zum Kunden aufzubauen und möglich Maßnahmen ganz genau zu erläutern – Kommunikativität ist hierbei der Schlüssel.

Simon ist der Consultant und Autor hinter Seo-Competence.de. [Mehr über Simon]

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